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Unsere Geschichte

Gegründet im Jahre 1958, blickt die Deutsche Muslimische Gemeinschaft mittlerweile auf eine mehr als 60-jährige Geschichte zurück. Ursprünglich fand sich eine vielfältige Gruppe von Musliminnen und Muslimen in München zusammen, die sich unter dem Namen „Moscheebaukommission e.V.“ dafür einsetzte, eine Gebetsstätte für ihre Glaubensgeschwister zu errichten. Dieses Engagement mündete im Aufbau des bekannten Islamischen Zentrums in München (IZM; 1960-74). Aus dieser zweckgebundenen Kommission entwickelte sich eine Gemeinschaft; zunächst die „Islamische Gemeinschaft in Süddeutschland e.V.“, dann die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V.“ Mitglieder der DMG gründeten zahlreiche weitere Moscheen und Institutionen in Deutschland, um für sich und andere Gläubige einen spirituellen Ort in einem beschäftigten Alltag zu schaffen, eine wertvolle Schnittstelle im interreligiösen Dialog zu bilden und zur religiösen Vielfalt Deutschlands beizutragen. Schnell wuchs die DMG über dieses Ziel hinaus und wurde auch zu einem Impulsgeber für in Deutschland lebende Musliminnen und Muslime. Gemeinsam mit den Islamischen Zentren in Aachen und Hamburg organisierte das IZM über Jahrzehnte deutschsprachige islamische Aktivitäten wie das Treffen deutschsprachiger Muslime (TdM) und war Herausgeberin eines großen Anteils an deutschsprachiger islamischer Literatur sowie der muslimischen Zeitschrift „Al-Islam“ (1958-2006). Sie war außerdem die erste Organisation, die einen muslimischen Kindergarten (1974) und eine muslimische Grundschule (1979) in Deutschland eröffnete. Die DMG wirkte auch am Einheitsprozess der Muslime in Deutschland und Europa mit: Sie ist Gründungsmitglied des Islamischen Arbeitskreises in Deutschland (1987) und des Zentralrats der Muslime in Deutschland-ZMD (1994) sowie der Federation of Islamic Organisations in Europe (1989) und brachte sich maßgeblich in die Ausarbeitung der Islamischen Charta (2002) und der European Muslim Charter (2008) ein. Sie hat ebenfalls an der Grazer Erklärung der „Konferenz der islamischer Zentren und Imame in Europa" (2003) mitgewirkt. Als eine der ersten Gemeinschaften in Deutschland hat die DMG einen „Tag der offenen Moschee“ (1985) und die Dialogreihe „Tee in der Moschee“ (1992) organisiert. Ebenso war sie an der Gründung des Koordinationsrats der Muslime in Deutschland (KRM) beteiligt. Sie ist auch einer der ersten muslimischen Gemeinschaften, die eine verbindliche Geschlechterquote von mindestens je 20% Frauen und Männern in allen Leitungsgremien eingeführt hat und in ihren Moscheen und Zentren bereits früh Frauen in Vorstände der Gemeinschaft auf nationaler und lokaler Ebene gewählt haben. Im Jahr 2017 macht die Gemeinschaft ihren nächsten Entwicklungsschritt. Die Namensänderung von der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“ zur „Deutschen Muslimischen Gemeinschaft“ ist eine Zäsur, mit der die Mitglieder neue Schwerpunkte der Arbeit dokumentieren wollen: eine stärkere Betonung der Spiritualität, die Entwicklung eines mit der deutschen Gesellschaft im Einklang stehenden muslimischen Lebensstils, die Förderung junger, in Deutschland sozialisierter Imame und der Aufbau sozialer Angebote – zusammengefasst, die muslimische Landschaft in Deutschland neu zu denken und mitzugestalten. Mit der Wahl von Khallad Swaid zum Präsidenten und dem Aufbau eines Vorstandes, der zu einem großen Teil aus jungen, in Deutschland sozialisierten Mitgliedern besteht, hat ein weiterer Schritt im Entwicklungsprozess stattgefunden. Die DMG möchte sich nun noch mehr der Mehrheitsgesellschaft öffnen. Dieser Prozess trägt auch der demographischen Veränderungen in der DMG Rechnung: War die ursprüngliche Gründergeneration der DMG noch migrantisch geprägt, wird sie heute vor allem von Menschen getragen, die entweder in Deutschland geboren, aufgewachsen oder sozialisiert sind. Eine Gemeinschaft von Muslimen in Deutschland wandelt sich zu einer Gemeinschaft deutscher Muslime. Damit entwickelt sich auch die Rolle der Moscheen von einer Ersatzheimat zu einem Gotteshaus im Heimatland der Gläubigen selbst. Heute ist die DMG eine der wichtigen deutschsprachigen islamischen Gemeinschaften, die sich für die Entwicklung einer deutsch- bzw. europäisch-muslimischen Identität einsetzen. Sie unterhält nach wie vor eigene Moscheen, kooperiert mit weiteren Gemeinden und bietet deutschlandweit Bildungsprogramme an.