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Über uns und eine deutsch-muslimische Identität

Die Deutsche Muslimische Gemeinschaft (DMG) ist eine eigenständige deutsche Organisation, die Menschen zu Gottesbewusstsein, Freiheit und Gerechtigkeit aufruft und sie dazu motivieren möchte, sich für das Wohl unserer Gesellschaft einzusetzen. Mit dem Engagement unserer zahlreichen Mitglieder, Helferinnen und Helfer arbeiten wir seit 1958 dafür, den Muslimen in Deutschland eine hochwertige religiöse und soziale Betreuung zu bieten. Die DMG ist eine der vielfältigsten muslimischen Organisationen in Deutschland; wenn auch einige ihrer Mitglieder einen arabischen Hintergrund haben, war und ist sie stets offen für Musliminnen und Muslime aller Herkünfte und Kulturen. Vereint werden sie von einem gemeinsamen Verständnis des Islam als ausgeglichene Lebensweise, die immer wieder nach Ort und Zeit neu interpretiert und verstanden werden kann. Der Islam ist eine universelle Religion, die die Einzigartigkeit einer jeden Kultur anerkennt und respektiert. Gleichzeitig sind der Islam und seine Lehren für viele Musliminnen und Muslime maßgeblich identitätsstiftend. Die deutsche Gesellschaft ist plural und hat die Religionsfreiheit als Grundrecht fest im Grundgesetz verankert. Teil der deutschen Gesellschaft zu sein, steht unbestritten im Einklang mit unserer religiösen, muslimischen Identität. Die DMG versteht es als Grundsatz im Islam, dass Musliminnen und Muslime loyal zu ihrem Land sind und aufrichtig an dessen Wohl mitwirken sollten. So tragen sie zur Bildung einer deutsch-muslimischen Identität bei. Der Islam wird immer im Rahmen einer Kultur gelebt, z.B. der arabischen, türkischen oder auch deutschen. Muslime können selbstverständlich ihre kulturellen Gewohnheiten beibehalten, solange sie die Gesetze des Landes einhalten und nicht den grundsätzlichen Lehren des Islam widersprechen. Die DMG hält dies für einen wichtigen Aspekt, wenn es darum geht, den Islam anderen Gruppen und Gemeinschaften bekannt zu machen. Wir raten davon ab, die eigene Kultur in dem Glauben zu ändern, dass eine andere „islamischer“ wäre. Beispielsweise ist die Adaption eines bestimmten Kleidungsstils nicht notwendigerweise „islamischer“ und kann Menschen daran hindern, einen natürlichen Bezug zum Islam aufzubauen. Die DMG legt insbesondere allen Musliminnen und Muslimen ans Herz, sich eine interkulturelle Kompetenz anzueignen, um angemessen, respektvoll und verständnisvoll mit Menschen anderer Kulturen umgehen zu können. Sie empfiehlt außerdem, sich der Unterschiede zwischen religiöser Lehre und kultureller Praxis bewusst zu werden.

Khallad Swaid

Präsident der DMG

Khallad Swaid ist in Aachen geboren, zur Schule gegangen und hat an der RWTH Aachen wie auch an der Open University Business School studiert. Seit Beendigung seines Ingenieurstudiums arbeitet er in der Automobilindustrie. Er ist verheiratet und hat eine Tochter. Schon in seiner Jugend war er in der Gemeindearbeit aktiv. Lange Jahre hat er sich für die Belange von Jugendlichen in unterschiedlichen Verantwortungsbereichen in der Muslimischen Jugend in Deutschland und auch im Forum of European Muslim Youth and Student Organisations eingesetzt. In diesem Rahmen hat er diverse Dialogveranstaltungen mit christlichen und jüdischen Jugendorganisationen, aber auch mit nicht-religiösen Gruppen initiiert, weil für ihn Dialog sowie ein ehrlicher und nachhaltiger gesellschaftlicher Diskurs eine Lebenseinstellung sind. „Jeden Tag etwas Neues“ und der Einsatz für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sind sein Lebensziel.

Sabri Shiref

Vizepräsident der DMG

Sabri Shiref ist in Bengasi geboren und studierte an der Universität von Winnipeg in Kanada, an der er seinen Bachelor-Abschluss in Angewandter Mathematik und in Erziehungswissenschaften sowie seinen Master-Abschluss in Physik erlangte. Er ist verheiratet und hat fünf Kinder. In Deutschland lebt er mittlerweile seit über 20 Jahren und hat sich vor allem in der Bonner Al-Muhajirin-Moschee engagiert, in der er seit 2004 stellvertretender Vorsitzender ist. Dort brachte er sich vor allem in Sachen Integration ein und repräsentierte die Moschee in verschiedensten Aktivitäten der Stadt Bonn. Gleichzeitig ist er als Imam und Prediger, sozialer Berater und Begleiter für Pilgerreisen nach Mekka tätig. Zwei Jahre lang leitete er die Finanzabteilung der FIOE, vier Jahre lang die Abteilung für Jugend und Studenten und war anschließend Leiter der Abteilung für Außenbeziehungen.