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Bestürzung über Dr. Muhammad Mursis Tod

Im Gedenken an den ersten frei gewählten Präsidenten Ägyptens

„Von Allah kommen wir und zu Ihm kehren wir zurück. Mit Trauer und Anteilnahme haben wir die Nachricht über den Tod Dr. Muhammad Mursis, des ersten frei gewählten Präsidenten Ägyptens vernommen. Möge Gott seiner Seele gnädig sein sowie seinen Angehörigen und dem ägyptischen Volk Trost und Geduld schenken“, erklärte Khallad Swaid, Präsident der Deutschen Muslimischen Gemeinschaft (DMG).

Khallad Swaid weiter: „Der Verlust von Dr. Mursi steht symbolhaft für die Krise, die das ägyptische Volk unter dem autokratischen Militärregime aktuell durchleben muss. Er erinnert uns an die unsagbaren Zustände, die in Ägypten mittlerweile trauriger Alltag geworden sind. Indem es ihm ausreichende medizinische Versorgung verwehrte und ihn über die Dauer von sechs Jahren in Einzelhaft psychisch und körperlich zermürbte, hat das Regime den Tod Dr. Mursis billigend in Kauf genommen. Die Veröffentlichung eines detaillierten Berichts von Human Rights Watch zum desolaten Gesundheitszustand des ägyptischen Präsidenten stand kurz bevor. Unsere Gebete und unsere Solidarität gelten allen Freiheitsliebenden in Ägypten, die noch immer den Wunsch nach einer freien Demokratie hegen.“

Wir hoffen, dass sich die Bundesregierung künftig im Bewusstsein ihrer Verantwortung für Menschenrechte und gegen die unwürdigsten Haftbedingungen zehntausender politischer Gefangener in Ägypten einsetzt. In »Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt […], dem Frieden der Welt zu dienen«, wie es in der Präambel unseres Grundgesetzes heißt, ist ein unverhandelbares Prinzip unserer Demokratie, das nicht geopolitischen Interessen zum Opfer fallen darf.

Wir laden die muslimischen Gemeinden in Deutschland dazu ein, dieses traurige Ereignis und seine Tragweite zu thematisieren und das Totengebet in Abwesenheit für den verstorbenen Dr. Mursi abzuhalten.