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Bombendrohung im IZ München

Angedrohter Bombenanschlag im Islamischen Zentrum München, Moschee weiträumig abgesperrt

Die Moschee in München musste gestern über mehrere Stunden weiträumig abgesperrt werden. Nachdem das Sekretariat am Gedenktag des Massakers von Srebrenica um 12 Uhr eine E-Mail mit einer Bombendrohung erhielt, wurde das Gebäude von Polizeieinheiten mit Spürhunden durchsucht. Eine Bombe wurde nicht gefunden.

Wir danken den Einsatzkräften vor Ort für ihr schnelles und gründliches Handeln. Die Ermittlungsergebnisse bleiben abzuwarten. Das heutige Freitagsgebet wird unter Polizeischutz abgehalten werden müssen. Diese traurige Nachricht reiht sich ein in eine Kette von Angriffen und Drohungen gegen Moscheen deutschlandweit ein. Am selben Tag erreichte auch die DITIB-Moschee in Pasingen die gleiche Bombendrohung. Anfang der Woche, am 09.07., gab es eine Bombendrohung gegen die Zentralmoschee in Köln. Fünf Tage zuvor wurde eine Moschee in Schleswig verwüstet und zerrissene Koranseiten in der Toilette verteilt.

Mit Besorgnis nehmen Muslime deutschlandweit solche Nachrichten wahr. Gotteshäuser sind Orte von Spiritualität, Geborgenheit und des Dialogs. Sie immer stärker im Visier von gewaltbereiten Extremisten zu beobachten, hat eine verstörende Wirkung, die der Natur von Gebetsstätten fremd ist. Leider vermissen wir angesichts der bundesweiten Bedrohungslage eine angemessene gesellschaftliche Debatte über die Folgen des mittlerweile salonfähigen antimuslimischen Rassismus.