Zum Hauptinhalt springen

Coronavirus in Deutschland

Erklärung der Deutschen Muslimischen Gemeinschaft

Mit Sorge verfolgt die Deutsche Muslimische Gemeinschaft die aktuellen Nachrichten über die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland. An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen Menschen, die sich in den Behörden und im Gesundheitswesen für das Wohl der Allgemeinheit einsetzen. Aus diesem Anlass wenden wir uns an alle Musliminnen und Muslime mit folgenden Empfehlungen:

  1. Als Muslime sind wir der festen Überzeugung, dass auch Krankheiten und Schicksalsschläge Teil der göttlichen Vorherbestimmung sind. Jede Prüfung ist eine Gelegenheit, unseren Lebensstil zu überdenken und uns unserem Herrn und Schöpfer zuzuwenden: „Und Wir prüfen euch mit Schlechtem und Gutem als Versuchung. Und zu Uns werdet ihr zurückgebracht.“ (Koran 21:35) Gleichzeitig sind wir in diesen Zeiten ganz besonders aufgefordert, all unseren Mitmenschen in Nächstenliebe und Rücksichtnahme zu begegnen.
     
  2. Es ist verständlich, dass viele Musliminnen und Muslime in Sorge um sich und ihre Liebsten sind. Dennoch ist es von Bedeutung, Expertenstimmen und ihren Empfehlungen Folge zu leisten und besonnen zu handeln. Weder sollten wir uns unnötigen Gefahren aussetzen noch sollten wir Panik geraten oder diese durch unbelegte Gerüchte schüren. Der Prophet Muhammad, Friede und Segen auf ihm, sagte einst: „Die besten unter euch sind die, die den Menschen am nützlichsten sind.“
     
  3. Es ist islamkonform, dass eine Gemeinde auf Veranstaltungen und Versammlungen, auch zum Gebet, verzichtet, wenn für die Besucherinnen und Besucher eine ernstzunehmende Ansteckungsgefahr besteht. Insbesondere wenn Behörden von größeren Versammlungen abraten oder gar diese verbieten, ist dies zu beachten und umzusetzen. Der Prophet Muhammad, Friede und Segen auf ihm, sagte: „Der Kranke begibt sich nicht zum Gesunden.“ (Muslim Nr. 5791). Hier betont der Prophet, Friede und Segen auf ihm, die Verantwortung des Einzelnen, die Gesellschaft im Fall einer Krankheit zu schützen. Die Gelehrten haben es erlaubt, dem Freitagsgebet im Fall von Krankheit und Schmerzen fernzubleiben da die Pflicht zum Freitagsgebet u.a. an das gesundheitliche Wohlbefinden geknüpft ist. In diesem Sinne ist es erst recht statthaft, das Freitagsgebet im Fall eines erhöhten Gesundheitsrisikos auszusetzen.

Wir beten zu Gott, dem Erhabenen, unsere geliebte Heimat Deutschland und unsere Mitmenschen vor Krankheit und Leid zu bewahren und dass die Erkrankten schnell genesen.