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Der Umgang des Propheten mit Ungerechtigkeit

Der Charakter des Propheten, Friede sei auf ihm, im Lichte des Anschlags in Hanau.

Es ist eine Mischung aus Angst, Trauer und Wut, die Muslime in Deutschland derzeit versuchen zu verarbeiten. Gerade in Zeiten, in denen Achtsamkeit, Vorsicht und kontrolliertes Handeln äußerst wichtig sind, gilt es stets daran zu erinnern wie der Prophet Muhammad, Frieden und Segen Allahs auf ihm, in Zeiten der Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Angst und Schwäche mit seinen Emotionen aber vor allem mit seinen Feinden umgegangen ist.

Ein Beispiel aus der Biographie des Propheten finden wir, als er in die Stadt Taif reiste, welche sich in den Bergen in der Nähe von Mekka befindet und dort die Bewohner zum Islam einladen wollte. Das dort lebende Volk begegnete dem Propheten mit einem respektlosen und unverschämten Verhalten und hetzte eine Gruppe auf den Gesandten Gottes, welche ihn verfolgte, anschrie, beschimpfte und mit Steinen nach ihm warf. Der Prophet, dessen Füße verletzt und blutverschmiert waren, ergriff die Flucht in einen kleinen Garten. Hilflos und tief betroffen von der Ungerechtigkeit, sprach er ein Gebet, welches seine Traurigkeit und Verzweiflung zum Ausdruck brachte:

“O Gott, bei Dir beklage ich meine Schwäche, meinen Mangel an Zuflucht und die Demütigung vor diesen Menschen. Du bist der Gnädigste, der Herr der Schwachen und mein Meister. Wem willst Du mich überlassen? Jemandem fremden, mit einem bösen Willen oder einem Feind, der Macht über mich hat? Wenn Du mir keinen Wert beimisst, stört mich das nicht, denn Deine überreiche Gunst ist mit mir. Ich suche Zuflucht im Licht Deiner Zufriedenheit, durch das alles Dunkel sich verstreut und jede Angelegenheit dieser Welt und der Nächsten richtiggestellt wird, damit nicht Dein Ärger oder das Licht Deines Missfallens auf mich herabkommt. Ich benötige nur Deine Zufriedenheit und Deine Genugtuung, denn nur Du befähigst mich, Gutes zu tun und das Böse zu vermeiden. Es gibt keine Kraft und keine Macht außer Dir.”

Daraufhin begegnete der Prophet Muhammad, Frieden und Segen Allahs auf ihm, einem Engel, der ihn um Erlaubnis bat, zwei Berge zusammenzuschieben und die Stadt Taif zu zerstören. Der Prophet, der als Barmherzigkeit für die gesamte Menschheit gesandt wurde, sagte: ,,Nein! Denn ich hoffe, dass Gott aus ihren Lenden Menschen hervorbringt, die Gott Allein anbeten werden und Ihm nichts zur Seite stellen.” (Sahih Muslim) Der Prophet glaubte und lebte danach, dass Liebe stärker ist als Hass.

“Und nimmer sind das Gute und das Böse gleich. Wehre (das Böse) in bester Art ab, und siehe da, der, zwischen dem und dir Feindschaft herrschte, wird wie ein treuer Freund sein.” (Quran 41:34)