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Die Totenwaschung bei Opfern des Coronavirus

Wie bei Menschen zu verfahren ist, die am Coronavirus verstarben.

As-salāmu ʿalaykum wa-raḥmatu-llāhi wa-barakātuh liebe Geschwister,

die Zahl der an Covid-19 verstorbenen Menschen steigt auch in Deutschland weiter. Mittlerweile haben auch muslimische Familien Todesfälle zu beklagen. Entsprechend kommt die Frage nach der Totenwaschung sowie einer möglichen Überführung in andere Länder auf.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) müssen an Covid-19 Verstorbene als ansteckend anzusehen sein, bis neuere Erkenntnisse vorliegen. Für diejenigen, die die Waschung vornehmen, besteht daher ein Risiko. Von einer Totenwaschung in diesen Fällen ist laut RKI abzuraten, ebenso von Überführungen ins Ausland. Eine Ansteckung erfolge über Tröpfcheninfektion und möglicherweise auch über Schmierinfektion und über die Bindehaut der Augen. Wenn eine Totenwaschung dennoch durchgeführt werden soll, so laut RKI nur mit entsprechender Schutzausrüstung (siehe Link unten).

Die DMG rät muslimischen Bestattern zusätzlich zu den allgemeinen Richtlinien des RKI, sich mit den Ärzten des Verstorbenen kurzzuschließen. Des Weiteren gelten natürlich die bestattungsrechtlichen Regelungen der Bundesländer. Da eine Ansteckungsgefahr zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden kann, kann der Leichnam nach islamischer Lehre mit Wasser auch nur übergossen statt eingerieben, oder gänzlich ohne Waschung beerdigt werden.

Der Verlust eines geliebten Menschen ist eine der schwersten Prüfungen im Leben. Natürlich können wir in dieser Zeit – auch in unseren Moscheen – nicht die üblichen religiösen Rituale wie das Totengebet in der Gemeinschaft abhalten. Auch Bestattungen im größeren Kreis werden uns nicht möglich sein. Zum Wohle der Allgemeinheit müssen wir unserer Verantwortung gerecht werden und in diesem Fall von den Opfern der Pandemie ein weiteres abverlangen. Im Rahmen dessen müssen wir uns alle auf diesen tragischen Schicksalsschlag vorbereiten. Als Gemeinschaft – vor allem nach der Schließung der Moscheen als Bindeglieder – stehen wir vor völlig neuen Herausforderungen. Jede Gemeinde muss neue Wege finden, den betroffenen Familien ihr Beileid und ihre Unterstützung zukommen zu lassen, ohne die staatlichen Vorgaben zu verletzen.

Möge Gott die Verstorbenen in Seine grenzenlose Barmherzigkeit aufnehmen, ihren Familien und Freunden Trost schenken und uns alle vor Krankheit und Leid bewahren.

Für weitere Informationen:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Verstorbene.html

Wa-salāmu ʿalaykum wa-raḥmatu-llāhi wa-barakātuh
Khallad Swaid
Präsident der DMG