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DMG verurteilt Steinigungsgesetz in Brunei

Die Deutsche Muslimische Gemeinschaft verurteilt Steinigung für Ehebruch und Homosexualität in Brunei

Im Sultanat Brunei sind am Mittwoch, den 03. April Verschärfungen im Strafrecht in Kraft getreten. Sie sehen unter anderem vor, Homosexualität und Ehebruch künftig mit der Todesstrafe durch Steinigung zu verurteilen. Khallad Swaid, Präsident der Deutschen Muslimischen Gemeinschaft sagte heute: „Wir verurteilen diese Gesetzgebung in Brunei und in allen anderen Staaten, die ähnliche Gesetzgebungen haben, in aller Schärfe“.

Er führte weiter aus, dass „ gläubige Muslime jegliche ausgelebte Sexualität außerhalb der Ehe zwischen Mann und Frau für sündhaft und nicht gottgefällig erachten. Dabei unterscheiden sie jedoch stets zwischen der Sünde und den Sündern“. Er sagte weiter, dass „unserem Verständnis nach jeder Mensch in seinem Leben kleinere oder größere Fehler bzw. Sünden begeht. Gott gibt uns die Möglichkeit, Ihn um Vergebung und Seine Barmherzigkeit zu bitten und hält uns an, nachhaltig an unseren Schwächen zu arbeiten. Urteile über die Gläubigkeit anderer Menschen zu treffen, steht uns nicht zu“.

Weder im Koran noch in der Sunnah des Propheten lassen sich für die Steinigung authentische Belege finden. Diese drakonische Strafe auf „die Scharia“ zurückzuführen ist falsch. Scharia ist ein regelmäßig missverständlich gebrauchter Begriff, der keineswegs mit islamischer Gesetzgebung übersetzt werden kann, sondern den Weg des Menschen auf der Suche nach einem gottgefälligen Leben beschreibt. Unserem und dem Verständnis der meisten Muslime in Deutschland nach, dient deshalb die Scharia im Wesen dem Erhalt von Leben in Würde und Anstand. Die Freiheit des Glaubens eines jeden einzelnen Menschen ist im Islam durch den Koran garantiert.

Die Deutsche Muslimische Gemeinschaft lädt daher insbesondere die Muslime in Deutschland und Europa dazu ein, die Quellenlage in Bezug auf Steinigung von Ehebruch und Homosexualität zu hinterfragen und bestehende theologische Meinungen zu evaluieren. Dies wollen und werden wir gerne unterstützen.