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Geplante Anschläge auf deutsche Moscheen

Anschlag auf deutsche Moscheen von Sicherheitsbehörden knapp verhindert.

„Nur knapp entgingen deutsche Moscheen einem grausamen Blutbad, bei dem Frauen und Kinder, Nachbarn und Kollegen massakriert worden wären. Wo bleibt aber der öffentliche Aufschrei?“, wirft Khallad Swaid, Präsident der Deutschen Muslimischen Gemeinschaft, voller Entsetzen die Frage auf.

Eine Gruppe von zwölf rechtsradikalen Terroristen plante Anschläge auf Moscheen, Muslime und verschiedene Politiker. Ziel sei die Herbeiführung eines Bürgerkrieges und Umsturz der deutschen Staats- und Gesellschaftsordnung. Inspiriert wurde die Gruppe durch das Massaker im neuseeländischen Christchurch, bei dem 51 Muslime in ihrer Moschee ermordet wurden. Als Musliminnen und Muslime haben wir das Gefühl, dass viele Menschen lieber wegschauen oder schweigen. Dabei haben rassistische Diskriminierung und Übergriffe in den letzten Jahren spürbar zugenommen.

„Wir müssen das Phänomen beim Namen nennen“, führte Khallad Swaid weiter aus, „ob Islamfeindlichkeit oder antimuslimischer Rassismus: rechtsradikale Narrative haben sich in den öffentlichen Diskurs gedrängt und Hass auf Musliminnen und Muslime weitgehend salonfähig gemacht.“ Antimuslimischen Rassismus als „Fremdenhass“ zu verzeichnen, verstärke nur das Vorurteil, dass Musliminnen und Muslime in Deutschland Fremde wären.

Die langjährige „Islam-Debatte“ hat eine antimuslimische Partei in den Bundestag einziehen lassen und dem Islamhass Nährboden verschafft, aus dem Terrorzellen wie die jüngste erwachsen. Anschläge auf eine religiöse Minderheit sind stets auch Angriffe auf die Religionsfreiheit, das friedliche Miteinander und das Bekenntnis zum Pluralismus der deutschen Gesellschaft. „Die NSU-Morde, der Anschlag auf eine Synagoge in Halle, der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke, all das und viele weitere Ereignisse sind dringende Warnsignale, die wir ernst nehmen müssen. Die Politik muss handeln, der öffentliche Diskurs sich wandeln: Islam, Integration oder Kopftuch sind nicht die Kernherausforderungen unserer Gesellschaft, sondern rechte Gewalt und die Aushöhlung unserer Demokratie“, so Khallad Swaid. Die DMG spricht den Sicherheitsbehörden ihren Dank aus, dass Schlimmeres verhindert werden konnte.