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Rassismus überwinden

Gedanken der DMG zu den aktuellen Entwicklungen

„Rassismus ist eine der ältesten und größten Schluchten, die wir als Gesellschaft noch überwinden müssen“, sagte DMG-Präsident Khallad Swaid anlässlich der aktuellen Entwicklungen, „nur wenn Vielfalt und ein gerechtes Miteinander, auch innerhalb der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, gelebt wird, können wir einen nachhaltigen Schritt nach vorn machen.“

Wir leben in einem Land, das allen Menschen – ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer Weltanschauung – gleiche und weitreichende Rechte zusichert, zumindest auf dem Papier. Die alltägliche Diskriminierung gegenüber Schwarzen, Sinti und Roma, gegenüber Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens spricht leider eine andere Sprache. Die Chancenungleichheit fußt nicht auf unschuldigen oder unbedachten Vorurteilen, sondern auf einem Rassismus tief im System unserer Gesellschaft. Es geht unter anderem um Machtansprüche, die ein Teil der Bevölkerung nicht aufgeben will.

Der Prophet Muhammad, Friede sei auf ihm, hat vom Anfang seiner Botschaft bis zu seinem Lebensende unaufhörlich die Gleichwertigkeit aller Menschen gepredigt. In den Reihen des gemeinschaftlichen Gebets manifestiert sich die Gleichheit aller Gläubigen: im engen Schulterschluss stehen Menschen in all ihrer Vielfalt gleichrangig vor ihrem Schöpfer. Eine Selbstaufwertung auf Kosten anderer widerspricht nicht nur den Glaubenslehren des Islam, sondern hemmt auch die eigene spirituelle Entwicklung. Der Koran ruft immer wieder zu Geschwisterlichkeit und Gerechtigkeit unter allen Menschen auf.

Laut Bundeszentrale für politische Bildung hatten 2018 über 40% aller Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund. Heißt: In der kommenden Generation wird fast die Hälfte der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einer tief verwurzelten sozialen Ungerechtigkeit zusammenstoßen. „Gesellschaftlichen Frieden zu wahren, bedeutet auch, achtsam in die Zukunft zu schauen. Wir müssen diese Schlucht überwinden, wenn wir als Gesellschaft nicht weiter Schaden nehmen wollen“, sagte Khallad Swaid abschließend.

Berlin, den 23.06.2020